Entweder liebt man Softshelljacken und verwendet sie nahezu täglich oder man gehört zu der Gruppe die sich mit einer Softshelljacke nicht wirklich anfreunden können. Wenn man unsere Vorlieben betrachtet, so ist eine Softshelljacke kaum noch aus dem Bekleidungskonzept beim Bergsteigen wegzudenken. Sie bieten aus unserer Sicht meist einen sehr guten Tragekomfort, sind dabei auch je nach Konstruktion für eine Vielzahl an Aktivitäten und zu nahezu jeder Jahreszeit einsetzbar. Es gibt durchaus sehr spezielle Jacken, die z.B. aufgrund zusätzlicher Isolierung nur im Winter tragbar wären oder auch welche, die reinen Windschutz in Form eines Windbreakers bieten. Interessant ist ein Blick auf die Modelle, die man so als klassische Allrounder bezeichnen könnte, Jacken, die man auf Bergtouren im Hochgebirge genauso tragen kann wie Jacken, die man auf Fernwanderwegen beim Trekking, beim Radfahren oder gar im Alltag nutzen würde.

Von der Firma Norrøna gibt es bekanntlich verschiedene Bekleidungsserien. Als Downhill-Fahrer blickt man gern auf die fjørå-Linie, beim Skifahren und Skitourengehen wohl eher auf røldal, narvik, lofoten oder lyngen. Beim Bergsteigen und Klettern wird man schnell bei der Falketind Serie fündig und so haben wir auch dort ein gutes Testobjekt für RouteAlpin und somit für Euch entdeckt. Mit dem Norrøna falketind flex1 Jacket haben wir eine Jacke zum Testen ausgesucht, die neben dem bekannten Windstopper® Soft Shell Material auch noch das hauseigene flex1-Material besitzt. Gerade Materialien wie das flex1, wo man meist weit weniger Testberichte als zu den Gore Materialien findet, haben für uns in der Regel einen besonderen Reiz. Schön zu erkennen sind bei dieser Jacken die beiden unterschiedlichen Softshell-Materialien an ihren Farben. Die Partien mit Windstopper® Softshell findet man an den Schultern und an der Hüfte, der größte Teil der Jacke ist hingegen aus flex™ 1. Warum dieser Materialmix in dieser Form gewählt wurde, dazu später.

Norrøna falketind flex1 Jacket

Eine Falketind flex 1 Jacke gab es bei Norrøna schon seit einigen Jahren, nun ist die Kollektionslinie Falketind neu überarbeitet worden, wodurch sich ein interessanter Materialmix ergeben hat und die Softshelljacke nun auch mit einem neuen Kapuzen-System ausgestattet ist. Kernziel dieser Serie war es strapazierfähige und vor allem leichte Bergsportbekleidung unter 500 bzw. 400 Gramm herzustellen, die gleichzeitig extremen Wetterbedingungen trotzt und mit durchdachten Details ausgestattet ist.

Um eins vorweg zu nehmen, das Gewicht unter 500 Gramm bezog sich dann doch wohl auf die Hardshell-Sektion der Outdoormarke, die Softshelljacke bringt mit 580 g fast 100 Gramm mehr auf die Waage. Rein vom Gewicht ist die Jacke jedoch auf Augenhöhe mit vielen anderen Softshelljacken und somit auch nicht wirklich tragisch, dass man nun nicht unter 500 g liegt.

Wir beginnen immer gern mit dem ersten Eindruck und da ist der erste Eindruck von der Jacke nicht nur bei uns sehr positiv ausgefallen, denn erst die Jacke erhielt bereits den Editor’s Choice Award Sommer 2012 der Zeitung „outdoor“. Bei den skandinavischen Marken muss man die zum Teil sehr poppigen Farben lieben oder hassen. Wer es weniger farbenfroh mag, der wird aber auch bei Norrøna fündig, denn entgegen der Bilder zur Jacke gibt es die falketind flex1 auch in dezenteren Farbkombinationen. Auf Landschaftsbildern, gerade in den Weiten Skaninaviens, und in den Bergen wo das Thema Sicherheit auch angesprochen werden müsste, sind diese Farben aber auch ein Eyecatcher für jedes Foto.

Die durchdachten Details sieht man nicht nur beim Materialmix in Form der verschiedenen Farben sinnbildlich für die unterschiedlichen Materialien, sondern u.a. auch beim Zipper für den Kordelzug der Kapuze. Ob man nun bei Kälte Handschuhe trägt oder seinen Blick nicht abwenden mag, die Zipper sind schnell und einfach gepackt und die Kapuze dadurch noch schneller eingestellt.

Wie bereits mehrfach angesprochen, widmen wir uns nun den beiden Softshellmaterialien, die Norrøna bei der Jacke verwendet. Es ist oftmals ein leidiges Problem, entweder man hat eine Softshelljacke, die super Tragekomfort bietet, beim Wetterschutz jedoch an ihre Grenzen stößt. An den Hüft- und Schulterpartien ist die Jacke mit wasserabweisendem Windstopper ausgestattet, das sich schön sichtbar von dem Rest der Jacke abhebt. Diese Stellen erhalten somit zusätzliche Festigkeit gegen Abrieb und Belastung wo sonst normalerweise beim Bergsteigen der Rucksack mit seinen Schulterträgern und Hüftgurt scheuert oder wo beim Klettern der Klettergurt sitzt. Über den hohen Nylonanteil, dazu noch an den richtigen Stellen die richtige Elasthanmischung und schon ist ein körpernaher-athletischer Schnitt fast schon selbstverständlich. Die Norrøna falketind flex1 Jacke liegt folglich schön eng an und macht beim Klettern und auf Tour jede Bewegung mit, dementsprechend ist sie aus unserer Sicht auch für eine Vielzahl an Bergsport-Aktivitäten und beim Trekking einsetzbar. Eben ein klassischer Allrounder. Guten Wetterschutz bietet die Jacke aber auch noch, wodurch von unserer Seite keine Wünsche offen bleiben. Ob man nun auf Tour nur kurze Regenschauer meistern muss oder ob die Natur einen nicht mit konstanten Nieselregen mürbe machen möchte, die Imprägnierung der Jacke hält beides erst einmal auf Abstand von der Bekleidung darunter.

Das neue Kapuzen-System ist eigentlich wunderbar an den bereits genannten Zipper erkennbar. Dort wo früher noch Tanka hingen, gibt es nun die gut greifbaren Zipper, an denen gezogen sich das Volumen der Kapuze ordentlich einstellen lässt. Am Hinterkopf gibt es die nächste Einstellmöglichkeit für die Kapuze. Durch den verstärkten Schirm sitzt die Kapuze ebenfalls so wie man es auf Tour haben will. Nichts ist letztendlich störender, als eine Kapuze, die die Sicht beeinträchtigt.

Fazit

Natürlich gibt es auch reine Windbreaker, die auf Bergwanderungen im Sommer verschwindend gering im Rucksack verstaut werden können. Wer jedoch richtige Bergtouren im Hochgebirge macht, beim Klettern eine sehr atmungsaktive Jacke sucht, die man gut und gerne den ganzen Tag tragen kann und dabei erstklassigen Wetterschutz bietet, der sollte sich das Norrøna falketind flex1 Jacket anschauen.

Lässt sich in der Wand die Sonne blicken und es wird warm in der Jacke, bieten die Unterarmreißverschlüsse zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten. Wenn es jedoch kalt und windig wird, so wird man sich über den hohen Kragen bis ins Gesicht freuen und auch den Schnitt der Ärmel zu schätzen wissen. Der Ärmelbund lässt sich via Klett einstellen, besitzt jedoch auch einen außergewöhnlichen Schnitt denn zur Handaußenseite ist der Ärmel deutlich länger, als auf der Handinnenseite. Kleine, aber außergeöhnliche Details, die die Jacke zu einer Empfehlungen werden lassen.